Petition “Impfschutz auch für schwerbehinderte Menschen außerhalb von Pflegeeinrichtungen”

Der folgende Text ist der Webseite https://www.change.org entnommen. Wenn Sie sich der Petition anschließen wollen, klicken Sie das Foto.

Viele körperlich schwerbehinderte Menschen, die nicht in Pflegeeinrichtungen leben, werden bei der Impfstoffversorgung vergessen. Klingt paradox? Ist aber die traurige Wahrheit und es macht mich sehr wütend!  

Mein Name ist Christian Homburg, ich bin 24 Jahre alt und aufgrund meiner Vorerkrankung Muskeldystrophie Duchenne körperlich schwer behindert und pflegebedürftig. Vor Corona nahm ich aktiv am gesellschaftlichen Leben teil. Durch die Pandemie hat sich das schlagartig verändert.

Ich arbeite als technischer Produktdesigner bei Thyssenkrupp. Seit 9 Monaten bin ich nun im Home-Office, weil ich sehr gefährdet bin. Der Muskelschwund wirkt sich auch auf die Atmungsmuskulatur aus, wodurch ich ein Lungenvolumen von 20% besitze. Damit gehöre ich zur einer ganzen Gruppe von Menschen, für die das Coronavirus sehr gefährlich ist. Trotzdem werde ich, so wie viele andere Menschen mit schweren Behinderungen auch, häufig vergessen. Schuld daran ist meine selbstbestimmte Lebensweise. 

Die Impfstrategie von Gesundheitsminister Spahn sieht keinen priorisierten Impfschutz für Hochrisikofälle vor, die außerhalb von Einrichtungen versorgt werden. Das betrifft viele körperbehinderte Pflegebedürftige, die von selbst gewählten Pflegediensten zu Hause betreut werden und z.B. auch Eltern mit behinderten Kindern. Nicht nur gehören wir nicht zu den ersten beiden Impfgruppen der Corona-Impfverordnung, wir wurden nicht einmal in dieser aufgeführt – also regelrecht vergessen!

Daher fordere ich das Bundesgesundheitsministerium mit Gesundheitsminister Jens Spahn und die ständige Impfkommission unter der Leitung von Thomas Mertens auf, uns in die Impfgruppe 1 oder 2 aufzunehmen, unabhängig von dem Ort, an dem wir Pflegeleistungen erhalten.

Es war nicht das erste Mal in der Coronakrise, dass man uns gegenüber Menschen in Pflegeeinrichtungen vergessen hat:

  • Wir bekamen keine Schnelltests, um das Risiko einer Ansteckung zu senken.
  • Wir bekamen keine vollständige Schutzkleidung.
  • Unser selbst angestelltes Personal erhielt keinen Pflegebonus. 

Ich lebe selbstbestimmt zu Hause, mit selbstbeschaffter Assistenz im 24 h Modell. Für mich und viele andere bedeutet diese Situation seit nun neun Monaten: dauerhafte Selbst-Quarantäne, Isolation und Angst. Wir sind aus der Gesellschaft nahezu verschwunden. Bleiben wir in der Gruppe 3 der Impfverordnung, bedeutet das ein weiteres halbes Jahr große Gefahr für mehr als 200.000 Menschen. Denn wir können uns genauso wenig wie Betroffene in Pflegeeinrichtungen isolieren, da wir auf nahen Körperkontakt zu unseren Pflegepersonen angewiesen sind. Das können wir nicht mehr lange durchhalten!

Gleichen Impfschutz für alle Menschen mit Behinderungen!

Bitte unterstützen Sie meine Forderung mit Ihrer Unterschrift.